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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Der Fuchs und der Tiger (1 min)

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Der Fuchs und der Tiger

Lesezeit: 1 Minute

Der Fuchs begegnete einst einem Tiger. Der zeigte ihm die Zähne, streckte die Krallen hervor und wollte ihn fressen. Der Fuchs sprach: »Mein Herr, Ihr müßt nicht denken, daß Ihr allein der Tiere König seid. Euer Mut kommt meinem noch nicht gleich. Wir wollen zusammen gehen, und Ihr wollet Euch hinter mir halten. Wenn die Menschen mich sehen und sich nicht fürchten, dann mögt Ihr mich fressen.«

Der Tiger wars zufrieden, und so führte ihn der Fuchs auf eine große Straße. Die Wanderer nun, wenn sie von fern den Tiger sahen, erschraken alle und liefen weg.

Da sprach der Fuchs: »Was nun? Ich ging voran; die Menschen sahen mich und sahen Euch noch nicht.«

Da zog der Tiger seinen Schwanz ein und lief weg.

Der Tiger hatte wohl bemerkt, daß die Menschen sich vor dem Fuchse fürchteten, doch hatte er nicht bemerkt, daß der Fuchs des Tigers Furchtbarkeit entlehnte.

 

Quelle: Richard Wilhelm, Chinesische Märchen

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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Osaka und Koyoto (3 min)

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Osaka und Koyoto

Lesezeit: 3 Minuten

In Kyoto wohnte einmal eine Kröte, die sehr reich und gelehrt war. Einmal hörte sie von Osaka und den dortigen Kunstschätzen sprechen und sie bekam den Wunsch diese einmal zu sehen.

Eines schönen Frühlingstages machte sie sich dann zu Fuß auf die Reise, weil man bei einer Fußreise mehr sehen und erfahren kann.

So wanderte sie denn von Kyoto den Weg entlang, der nach Osaka führt und kam über Myosin und Yamasaki nach Hishi Kaido, wo der berühmte Berg Tenno ist.

Da der Tenno yama (Tennoyama = Berg Tenno, Tenno = Name, yama = Berg) in der Mitte zwischen Kyoto und Osaka liegt, beschloss die Kröte, als sie mit Mühe und Not die Berghöhe erklettert hatte, Rast zu machen.

Nun wohnte aber auch in Osaka eine Kröte, die zur gleichen Zeit den Wunsch hatte, Kyoto zu sehen; auch diese machte sich auf den Weg und kam nach vieler Mühe über Tokatsuki ebenfalls auf dem Gipfel des Tennoyama an, wo sie mit ihrer Kollegin aus Osaka zusammentraf.

Beide Kröten begrüßten sich, wie es bei solch hohen Herrschaften üblich ist, mit vielen Verbeugungen und besprachen ihre Reise.

Schließlich sagten sie: »Wir haben hier erst die Hälfte unserer Reise hinter uns und die andere Hälfte noch vor uns. Aber unsere Beine und Hüften schmerzen uns und drücken uns nieder. Da wir von hier Osaka und Kyoto sehen können, so wollen wir uns auf unsere fünf Zehen stellen und jede den Ort betrachten, wo wir hin wollten. Auf diese Weise vermeiden wir weitere Anstrengung und Schmerzen!«

Gesagt, getan.

Die Kröte von Osaka wendete den Kopf nach Kyoto, die von Kyoto nach Osaka, dann richteten sie sich auf ihren Hinterfüßen auf und betrachteten aufmerksam die betreffende Stadt.

Da nun aber die Kröten ihre Augen oben auf dem Kopfe haben, (woran die beiden nicht dachten), so schauen sie, wenn sie sich emporrichten stets rückwärts. Und so kam es, daß die Kröte von Osaka nicht Kyoto sondern Osaka und die andere gleichfalls nicht Osaka sondern Kyoto sah, jede also die Stadt, von der sie hergekommen war.

Als sie genug geschaut hatten, sagte die Kröte von Kyoto: »Ich habe gehört, dass Osaka eine berühmte Kunststadt sein soll; aber ich sehe, sie ist gar nicht anders als Kyoto. Da ist es besser gleich heimzukehren!«

Auch die Kröte von Osaka sagte, indem sie eine verächtliche Grimasse schnitt: »Und ich hörte, dass Kyoto von 794 bis 1869 die Hauptstadt Japans war, die schönste Stadt des Landes sei und einer Blume gleiche; jetzt sehe ich aber, dass sie vollständig Osaka gleicht. Da kehre ich auch um und gehe heim!«

Sie begrüßten sich gegenseitig zum Abschied und gingen eine jede in ihre Heimatstadt zurück.

Wir können an diesem Beispiel lernen, dass oft ein falsches Urteil gefällt wird, weil man seine Augen nicht richtig benutzt und nicht weiß, wo man sie hat. Daher ergeht es vielen Menschen so wie diesen Kröten.

 

Quelle: Karl Albrecht Heise, Japanische Märchen

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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Der bedächtige Reiher (1 min)

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Der bedächtige Reiher

Lesezeit: 1 Minute

Ein Reiher spazierte am frühen Morgen im Teiche gravitätisch auf und ab; er hatte Hunger und suchte sich Beute. Da sah er plötzlich einen zierlichen Aal sich durch das klare Wasser schlängeln; auch ein munteres Fischlein kam herbeigeschwommen und endlich hüpfte ein Frosch auf ein großes Lotosblatt und stimmte seinen Morgengesang an.

»Hei!« dachte der Reiher, »das ist reiche Beute! Aber welchen von den dreien nehme ich zuerst?«

Nachdenkend neigte er seinen Kopf, aber während er überlegte, hatten die drei Tierlein ihren gefährlichen Feind erblickt.

Der Frosch war mit einem Satz im Wasser verschwunden; das Fischlein tauchte schnell unter und schwamm davon und der Aal verkroch sich im tiefsten Schlamm. Da stand nun der Reiher, als er sich entschieden hatte, wieder einsam, die sichere Beute war verschwunden und neue wollte sich nicht zeigen. Er steht noch heute nachdenklich im Teiche und wartet noch immer. So geht es allen zu Bedächtigen, die über dem Überlegen das Handeln vergessen.

 

Quelle: Karl Albrecht Heise, Japanische Märchen

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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Der Holzfäller, der Tiger und der Hase (4 min)

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Der Holzfäller, der Tiger und der Hase

Lesezeit: 4 min

Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal ein Holzfäller. Der ging stets in den Wald, um Bäume zu fällen. Als er einmal wieder im Walde war, hörte er plötzlich ein dumpfes Brüllen, das von einem wilden Tiere zu kommen schien. Voller Angst kletterte er auf einen Baum und versteckte sich dort. Da das Brüllen andauerte, aber nicht näher kam, so packte ihn die Neugierde zu sehen, woher es komme.

Er kletterte also wieder von dem Baum und schlich sich zu der Gegend hin, aus der das Brüllen erscholl. So kam er immer näher und sah endlich eine Raubtierfalle, in der sich ein Tiger gefangen hatte, der sich vergeblich bemühte wieder frei zu kommen und ein wütendes Brüllen ausstieß.

Als dieser den Holzfäller bemerkte, rief er ihm zu: »Was gaffst du mich an? Mache mich lieber frei und ich zeige dir einen Platz, wo viele Reichtümer verborgen sind!«

»Daß ich dumm wäre!« entgegnete der Mann. »Bist du frei, so frißt du mich auf!«

»Wenn du mich befreist, tue ich dir sicherlich nichts!« versicherte der Tiger und gab so viele schöne gute Worte, daß der Holzfäller sich bereden ließ und den Tiger befreite.

Kaum war dieser frei, so dehnte und streckte er sich, dann sah er seinen Befreier eine Weile an und sagte:

»Seit gestern steckte ich in dieser Falle und habe daher einen solchen Riesenhunger, daß ich dich fressen will. Was brauchst du Reichtümer? Einmal mußt du doch sterben und wenn ich dich fresse, erspare ich dir die Kosten des Begräbnisses.«

»Hältst du so dein Wort? Ist das deine Dankbarkeit?« rief der Holzfäller.

»Ach was!« sprach der Tiger. »Mit leerem Magen fühlt man keine Dankbarkeit, erst muß ich meinen Hunger gestillt haben!« So stritten sich die Beiden eine Zeitlang, da kam ein munterer Hase angesprungen, hörte den Streit und fragte, warum der Tiger den Mann fressen wolle.

Der Tiger erzählte ihm, daß der Mann ihn zwar befreit habe, daß aber das Gefühl des Hungers stärker sei als das der Dankbarkeit.

»Ganz recht, alter Onkel!« sagte da der Hase. »Verspeise den Mann mit gutem Appetit, wenn er so dumm war, euch zu befreien; denn bei euch Großen kommt immer zuerst der Magen und dann alles andere. – Aber, was sehe ich! Aus diesem Dinge konntet ihr euch bei eurer Stärke nicht selbst befreien?« sprach der Hase ganz erstaunt weiter, indem er die Falle betrachtete. »Ich glaube, alter Onkel, ihr flunkert!«

»Ich flunkern?« rief ärgerlich werdend der Tiger und rannte wieder in die Falle, dem Hasen zeigend, wie er gefangen wurde. »Seht! so ging ich, ohne zu beachten, was es ist, hier in die Falle!«

»Schön, schön! nun möchte ich aber auch gern sehen, wie es der Mensch gemacht hat, euch zu befreien, werter Onkel!« lachte der Hase, sprang auf die Falle, löste flink den Riegel, so daß die Falle sich schloß und der Tiger wieder gefangen war.

»So!« sagte der Hase zum Holzfäller, »wenn es euch nun beliebt, den alten Sünder da drinnen wieder zu befreien, mag er euch mit vollem Recht verspeisen; ich aber will nicht dabei sein!« So sprechend machte er ein Männchen und sprang lustig in den Wald hinein.

Der Holzfäller, froh sein Leben gerettet zu sehen, hütete sich natürlich, den Tiger zum zweiten Male zu befreien und eilte frohgemut zu seiner Arbeitsstätte zurück, verfolgt von dem wütenden Gebrüll des überlisteten alten Räubers.

So kommt man mit List weiter als mit Gewalt und wer mehr seinem Magen folgt als seinem Verstande, geht meistens zugrunde.

 

Quelle: Karl Albrecht Heise, Japanische Märchen

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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Wen kümmert’s? (1 min)

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Wen kümmert's?

Lesezeit: 1 min

Jeden Monat schickte der getreue Schüler seinem Meister weisungsgemäss einen Bericht über seine Fortschritte.

Im ersten Monat schrieb er: „Ich verspüre eine Weitung meines Bewusstseins und fühle mich eins mit dem Universum.“ – Der Meister warf einen Blick auf die Nachricht und warf sie weg.

Im nächsten Monat hatte der Schüler dies zu melden: „Ich habe endlich herausgefunden, dass das Göttliche in allen Dingen gegenwärtig ist.“ – Der Meister verzog das Gesicht.

Im dritten Monat waren die Worte des Schülers voller Begeisterung: „Das Mysterium des Einen und der Vielen hat sich meinem staunenden Blick offenbart.“ – Der Meister schüttelte den Kopf und warf den Brief weg.

Der Brief des vierten Monats lautete: „Niemand wird geboren, niemand lebt und niemand stirbt, denn das Ego-Ich ist nicht.“ – Der Meister hob seufzend die Arme und liess sie wieder fallen.

Im fünften Monat kam kein Brief, auch im sechsten und in den weiteren Monaten nicht, bis schliesslich ein ganzes Jahr vergangen war. Da fand es der Meister an der Zeit, seinen Schüler an die Berichtspflicht zu erinnern.

Die Antwort kam schnell, doch in diesem Brief stand nur: „Wen kümmerts?“ – Ein Lächeln der Zufriedenheit breitete sich über das Gesicht des Meisters aus.

 

Quelle: mein.yoga-vidya.de

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Was wir mit uns rumtragen (1 min)

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Was wir mit uns rumtragen

Lesezeit: 1 min

Zwei Mönche waren unterwegs auf der Wanderschaft. Eines Tages gelangen sie ans Ufer eines Flusses, dessen Ufer durch eine Regenperiode aufgeweicht waren.

Dort stand eine junge Frau in schönen, teuren Kleidern. Offenbar war sie im Begriff, den Fluss zu überqueren. Da das Wasser sehr tief war, hätte sie ihn nicht durchwaten können, ohne dabei ihre Kleider zu schädigen.

Ohne zu zögern ging der ältere Mönch auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf dem gegenüber liegenden Flussufer setzte er sie trockenen Fusses ab.

Nachdem der jüngere Mönch ebenfalls den Fluss überquert hatte, setzten die beiden ihre Wanderung fort. Eine Stunde später fing Jüngere an, den seinen älteren Kameraden zu kritisieren: „Bist du dir im Klaren, dass du nicht korrekt gehandelt hast, denn wie du weißt, ist es untersagt, näheren Kontakt mit Frauen zu haben oder mit ihnen zu sprechen. Und du hast sie sogar berührt. Wieso hast du gegen diese Regel verstoßen?“

Der Mönch, der die Frau über den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen mit Bedacht an. Dann antwortete er ruhig: „Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt. Du trägst sie immer noch mit dir herum.“

Quelle: mein.yoga-vidya.de

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Der Mönch und das Mantra (1 min)

Der Mönch und das Mantra (1 min)

Der Mönch und das Mantra

Lesezeit: 1 min

Ein eifriger Schüler des Buddhismus bestand sein Studium und durfte sich fortan Geshe nennen. Gewissenhaft hatte er die Schriften, ihre richtige Lesart und die exakte Aussprache aller Mantren gelernt. Er zog in die Welt, um zu lehren.

Unterwegs kam er an ein Seeufer, wo seit vielen Jahren ein betagter Mönch wohnte. Er führte ein Leben der Meditation. Der junge Geshe hörte, wie er sein Mantra sang und stellte dabei fest, dass der Alte es fehlerhaft intonierte. Er setzte sich zu dem Mönch und wartete, bis dieser ihn bemerkte und freundlich begrüßte. Anschließend erklärte er ihm behutsam, wie das Mantra richtig auszusprechen sei. Der Mönch bedankte sich für die Lektion. „Welch eine Freude, dass mir nach langen Jahren des Übens ein Lehrer zur Hilfe geschickt wurde.“

Zufrieden wanderte der junge Geshe weiter. Als er am anderen Ufer des Sees eine Rast einlegte, sah er, wie der alte Mönch eilig übers Wasser auf ihn zugelaufen kam. Gleich darauf hörte er ihn rufen: „Verzeiht mir, werter Geshe, ich bin schon alt und vergesslich. Erklärt mir doch noch einmal, wie man das Mantra richtig ausspricht.“

Quelle: mein.yoga-vidya.de

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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Der Professor und der Tee (1 min)

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Der Professor und der Tee

Lesezeit: 1 min

Ein Professor wanderte weit in die Berge, um einen berühmten Zen-Mönch zu besuchen. Als der Professor ihn gefunden hatte, stellte er sich höflich vor, nannte alle seine akademischen Titel und bat um Belehrung. ‚Möchten Sie Tee?‘ fragte der Mönch. Ja, gern, sagte der Professor. Der alte Mönch schenkte Tee ein. Die Tasse war voll, aber der Mönch schenkte weiter ein, bis der Tee überfloß und über den Tisch auf den Boden tropfte. ‚Genug! rief der Professor‘. Sehen Sie nicht, daß die Tasse schon voll ist? Es geht nichts mehr hinein. Der Mönch antwortete: Genau wie diese Tasse sind auch Sie voll von Ihrem Wissen und Ihren Vorurteilen. Um Neues zu lernen, müssen Sie erst Ihre Tasse leeren.

 

Quelle: mein.yoga-vidya.de

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Kurz Psychologische/ Weise Geschichten

Die drei Heiligen und der Fluss (1 min)

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Die drei Heiligen und der Fluss

Lesezeit: 1 min

Drei heilige Männer gingen zusammen auf Reisen. Unterwegs kamen sie zu einem kleinen Fluss. «Ich zeige euch, wie man einen Fluss überquert», sagte der Erste und ging doch tatsächlich hinüber, und zwar direkt auf der Wasseroberfläche! «Nein, nein, so macht man das nicht», sagte der Zweite. «Passt gut auf, Freunde.» Er fing an, sich im Kreis zu drehen, schneller und schneller, bis er nur noch ein verwaschener Fleck aus konzentrierter Energie war, und ganz plötzlich – peng! – sprang er ans anderer Ufer. Der Dritte stand da und schüttelte den Kopf. «Ihr Dummköpfe», sagte er, «ich zeige euch, wie man den Fluss überquert.» Und ging einfach über die Brücke ans andere Ufer.

Quelle: mein.yoga-vidya.de

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Kurz Sonstiges

Vier Tiere im Menschen (1 min)

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Vier Tiere im Menschen

Lesezeit: 1 min

Als Noah nach der Sinnflut die Weinrebe fand und sie anbaute, da machte er vier Gruben. In die eine schüttete er Affenblut, in die andere Saublut, in die dritte Schafblut und in die vierte Löwenblut. Dieser Tiere Eigenschaften haben die betrunkenen Leute an sich. 

Die einen sind wie die Affen, sie springen und sind guter Dinge, und wenn sich einer eine Rippe im Leibe entzwei fällt, so merkt er es nicht eher bis am Morgen, wenn er wieder nüchtern ist. Das sind Affen, und alles, was sie tun sehen, das wollen sie auch tun.

Die anderen sind Säue, wenn sie betrunken sind, so schreien sie und speien und liegen mehr unter der Bank als auf der Bank und bleiben im Miste liegen, wie es auch sonst die Säue tun. 

Die dritten sind die Schäflein. Wenn sie voll sind, so sind sie am frömmsten, reden von der Beichte und von der Hölle, beweinen ihre Sünden – sie haben das trunkene Elend – wollen alle Welt reformieren – und morgens wissen sie nichts mehr davon. 

Die vierten sind wie die Löwen. Sie wollen fechten, stechen und hauen und alle Welt tot haben. 

Nun nehme jeder ein Exempel, welchem Tier er gleich sei!

 

Quelle: Hans Ostwald, Vergnügte Tiere

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