Gute Nacht Geschichten für Erwachsene

Die Wallfahrer (13 min)

Die Wallfahrer

Lesezeit: 13 min

Zwei alte Bauern pilgern nach Jerusalem, um für Ihre Sünden Abbitte zu leisten…

 I

Die beiden Alten waren schon fünf Wochen auf der Wanderschaft; die von Hause mitgenommenen Bastschuhe hatten sie abgetragen und sich neue kaufen müssen. Und sie kamen in eine Gegend, wo Kleinrussen wohnten und die von einer Missernte heimgesucht war. 

Es war bereits recht heiß geworden. Jelissej war erschöpft; er wollte wieder ausruhen und ein wenig Wasser trinken; Jefim wollte sich aber nicht aufhalten. Er war im Gehen rüstiger, und Jelissej fiel es oft schwer, mit ihm immer gleichen Schritt zu halten.

»Wenn ich nur einen Schluck Wasser trinken könnte!« sagte Jelissej.

»Nun, trinke doch! Ich mag nicht.«

Jelissej blieb stehen.

»Warte nicht auf mich!« sagte er. »Ich will nur rasch in jenes Haus laufen und um Wasser bitten. Dann hole ich dich schnell ein.«

»Es ist gut«, sagte darauf Jefim.

Jefim Tarassytsch ging allein weiter, und Jelissej ging auf das Bauernhaus zu.

Jelissej stand vor dem Hause. Es war eine kleine Lehmhütte, unten schwarz und oben weiß; der Lehm war abgebröckelt und offenbar seit langer Zeit nicht mehr gestrichen; auch das Dach war beschädigt. Der Eingang war von der Hofseite. Jelissej trat in den Hof und sah dort neben einer Bank einen bartlosen, mageren Mann liegen; das Hemd steckte nach Kleinrussenart in der Hose. Der Mann hatte sich wohl in den Schatten gelegt, doch die Sonne war inzwischen höher gekommen und brannte ihm jetzt auf den Kopf. Er lag unbeweglich mit offenen Augen da. Jelissej rief ihn an und bat ihn um Wasser, doch der Mann gab keine Antwort. Entweder ist er krank oder unfreundlich, dachte Jelissej und ging zur Türe. Er hörte in der Stube zwei Kinder weinen. Er klopfte und rief:

»Wirtsleute!«

Niemand antwortete ihm. Er klopfte mit dem Stock und rief wieder.

Keine Antwort. Jelissej wollte schon weitergehen, hörte aber jemand hinter der Türe stöhnen. Ob da nicht irgendein Unglück geschehen ist? Man muss nachschauen! Und Jelissej trat ins Haus.

II

Jelissej drückte auf die Klinke – die Türe war nicht versperrt. Er machte sie auf und kam in den Flur. Auch die Türe zur Stube stand offen. Links war der Ofen; gerade vor ihm die Wand mit den Heiligenbildern und ein Tisch; hinter dem Tisch eine Bank; auf der Bank saß eine alte Frau ohne Kopftuch, nur mit einem Hemde bekleidet; sie hatte den Kopf auf den Tisch gelegt; neben ihr stand ein magerer Junge – wie aus Wachs, der Leib aufgedunsen: er weinte, zupfte die Alte am Ärmel und schien sie um etwas zu bitten. Jelissej kam näher. Die Luft in der Stube war schlecht und dumpf. Er sah auf der Pritsche hinter dem Ofen ein Weib liegen. Sie lag auf dem Rücken, mit geschlossenen Augen, röchelte und zuckte mit einem Beine. Sie wand sich in Krämpfen, und der üble Geruch schien von ihr auszugehen; sie lag in ihrem eigenen Unrat, und es war niemand da, der sie umbetten könnte. Die Alte hob den Kopf und erblickte den fremden Mann.

»Was willst du? Wir können dir nichts geben, denn wir haben selbst nichts.«

Obwohl sie kleinrussisch sprach, konnte sie Jelissej doch verstehen. Er ging auf sie zu und sagte:

»Ich will nur um Wasser bitten, Magd Gottes.«

»Niemand kann dir hier Wasser geben. Bei uns ist nichts zu holen. Geh weiter!«

Jelissej fragte:

»Ist denn niemand da, der die kranke Frau umbetten könnte?«

»Niemand. Der Bauer stirbt auf dem Hofe und wir hier.«

Als der Knabe den Fremden sah, hörte er zu weinen auf. Als aber die Alte zu sprechen begann, zupfte er sie wieder am Ärmel, weinte und bat:

»Brot, Großmutter, gib Brot!«

Jelissej wollte die Alte weiter ausforschen, in diesem Augenblicke kam aber der Bauer, wankend wie ein Betrunkener, in die Stube. Er tastete sich an der Wand entlang und wollte sich auf die Bank setzen; er setzte sich daneben und fiel zu Boden. Er versuchte gar nicht aufzustehen und begann zu sprechen: er sprach abgerissen und holte nach jedem Worte Atem.

»Die Krankheit hat uns befallen, und hungrig sind wir auch. Das Kind da stirbt vor Hunger.«

Der Bauer zeigte mit einer schwachen Kopfbewegung auf den Knaben und weinte.

Jelissej schüttelte den Sack auf seinem Rücken, befreite die Arme aus den Riemen, warf den Sack zu Boden, hob ihn dann auf die Bank und begann ihn aufzubinden. Er holte ein Brot und ein Messer hervor, schnitt ein Stück ab und reichte es dem Bauern. Der Bauer nahm es nicht, sondern zeigte auf den Knaben und ein Mädchen, das hinter dem Ofen stand, damit er es ihnen gäbe. Jelissej gab das Stück dem Knaben. Als der Knabe das Brot sah, griff er mit beiden Händchen zu, steckte das ganze Gesicht ins Brot und begann gierig zu essen. Hinter dem Ofen kam das Mädchen hervor und starrte unverwandt auf das Brot. Jelissej gab auch ihr. Er schnitt noch eine Scheibe ab und gab sie der Alten. Auch die Alte begann zu kauen.

»Wenn wir auch noch einen Schluck Wasser haben könnten!« sagte sie. »Uns allen ist der Mund eingetrocknet. Ich wollte gestern oder heute – ich weiß es nicht mehr genau – Wasser holen. Es gelang mir wohl, den Eimer aus dem Brunnen herauszuziehen, ich konnte ihn aber nicht ins Haus tragen. Ich schüttete alles aus und fiel auch selbst hin. Mit großer Mühe schleppte ich mich ins Haus. Der Eimer liegt wohl auch jetzt noch an jener Stelle, wenn ihn nicht jemand fortgetragen hat.«

Jelissej fragte, wo der Brunnen sei, und die Alte erklärte es ihm. Er ging hin, fand den Eimer, brachte Wasser und gab den Leuten zu trinken. Die Kinder aßen noch etwas Brot und tranken dazu Wasser; auch die Alte aß, doch der Bauer wollte nicht essen. Er sagte: »Es ekelt mich vor dem Essen.« – Die Kranke lag noch immer bewusstlos auf ihrem Lager und warf sich hin und her. Jelissej ging ins Dorf zum Krämer und kaufte Hirse, Salz, Mehl und Butter; dann suchte er das Beil auf, hackte Holz und machte Feuer. Das Mädchen half ihm dabei. Er kochte Suppe und Brei und gab den Leuten zu essen.

III

Der Bauer aß jetzt auch mit; die Alte aß, die Kinder leckten die ganze Schüssel aus und legten sich umschlungen schlafen.

Der Bauer und die Alte erzählten nun Jelissej, wie sie in diese Lage geraten waren.

»Wir lebten auch bis dahin dürftig. Als aber die Missernte kam, verzehrten wir noch im Herbste alles, was wir hatten. Und als wir nichts mehr hatten, baten wir die Nachbarn und Wohltäter um Hilfe. Anfangs gab man uns noch, dann hörte es aber auf. Viele, die uns gerne etwas gegeben hätten, hatten selbst nichts. Auch schämten wir uns, bei den Leuten zu bitten: wir schuldeten überall Geld, Mehl und Brot.«

Der Bauer erzählte: »Ich suchte Arbeit, fand aber keine. Im Frühjahr gab uns kein Mensch mehr Almosen. Auch befiel uns noch die Krankheit. «

»Nun musste ich alles allein machen,« sagte die Alte. »Ich hielt es aber nicht lange aus, denn vor Hunger verlor ich die letzten Kräfte. «

Als Jelissej das hörte, entschloss er sich, bei den Leuten über Nacht zu bleiben und den Genossen erst am nächsten Tage einzuholen. Am nächsten Morgen machte er sich an die Arbeit, als ob er selbst Herr im Hause wäre. Er half der Alten Brotteig bereiten, heizte den Herd und ging mit dem Mädchen zu den Nachbarn, um sich das Notwendigste zu verschaffen. Die Leute hatten ihren ganzen Besitz, wie die Wirtschaftsgeräte so auch die Kleider, verkauft und verzehrt; sie hatten nichts im Hause. Jelissej schaffte nun die nötigsten Sachen an; manches machte er mit eigenen Händen, und manches kaufte er. So verging ein Tag und der andere; drei Tage war Jelissej bei den Leuten. Der Knabe hatte sich etwas erholt und begann auf der Bank umherzukriechen und sich an Jelissej zu schmeicheln. Das Mädchen war ganz lustig geworden und half ihm in allen Arbeiten. Sie folgte Jelissej auf Schritt und Tritt und redete ihn mit »Großväterchen« an. Als die Alte sich wieder bewegen konnte, ging sie zur Nachbarin. Der Bauer ging in der Stube umher, musste sich aber noch immer an den Wänden entlang tasten. Nur die kranke Frau blieb noch liegen; am dritten Tage kam sie aber zu sich und verlangte zu essen. Als die Leute so weit waren, sagte sich Jelissej: »Ich habe wirklich nicht geglaubt, dass ich mich hier so lange aufhalten würde; nun ist’s Zeit, dass ich weitergehe.«

IV

Doch als er am vierten Tage aufbrechen wollte, überlegte er sich: »Die Petrifasten gehen zu Ende; nun will ich mit den Leuten das Fastenende feiern, ihnen etwas zum Feste kaufen und am Abend weitergehen.« Jelissej ging wieder zum Krämer und kaufte Weizenmehl, Milch und Speck. Er half der Alten backen und kochen; am nächsten Morgen ging er zur Messe, kam aus der Kirche heim und aß mit den Leuten die für das Fest bereiteten Speisen. An diesem Tage stand auch die kranke Frau auf und begann umherzugehen. Der Bauer rasierte sich, zog sich ein sauberes Hemd an – die Alte hatte es ihm gewaschen – und ging ins Dorf zum reichen Bauern, um sein Herz zu erweichen: er hatte diesem Bauern seinen Heuschlag und Ackergrund verpfändet, nun ging er ihn bitten, ob er ihm nicht beides bis zur neuen Ernte zurückgeben würde. Am Abend kam er niedergeschlagen zurück und begann zu weinen. Der Reiche hatte ihm die Gefälligkeit nicht erweisen wollen und hatte gesagt: Bringe erst das Geld, dann kannst du alles haben.

Jelissej wurde wieder nachdenklich und sagte sich: »Wie sollen nun die Leute weiterleben? Wenn alle anderen zum Heuen gehen, müssen sie zu Hause bleiben, denn ihr Heuschlag ist verpfändet. Wenn das Korn reif wird und die Leute es schneiden werden – das Korn ist ja heuer so gut gediehen! – können sie nicht mit, denn auch ihr Acker ist dem reichen Bauern verpfändet. Wenn ich sie jetzt verlasse, werden sie wieder herunterkommen.« – Jelissej änderte wieder seinen Entschluß; er ging nicht am Abend, sondern blieb noch bis zum nächsten Morgen. Die letzte Nacht verbrachte er auf dem Hofe. Er sprach sein Nachtgebet, legte sich nieder, konnte aber nicht einschlafen. Er musste doch endlich fort, denn er hatte schon viel Zeit verloren und viel Geld vertan; doch taten ihm auch die Leute leid. »Alle Armen kann man doch wirklich nicht versorgen!« sagte er sich. »Ich wollte ihnen anfangs nur Wasser bringen und etwas Brot geben; nun kostet mich die Sache viel mehr. Jetzt bin ich so weit, dass ich ihnen ihren Heuschlag und Acker auslösen muss. Und ist das geschehen, muss ich auch den Kindern eine Milchkuh und dem Bauern einen Arbeitsgaul kaufen. Du hast dich zu sehr verwickelt, lieber Jelissej Kusmitsch! Nun hast du jeden Halt verloren und treibst wie ein Schiff ohne Anker.«

Er musste fort, doch auch die Leute taten ihm leid. Und er wusste nicht, was er anfangen sollte. Er versuchte einzuschlafen. Als die ersten Hähne krähten, kam ihm der Schlaf. Er sah sich selbst ganz reisefertig mit dem Sack auf dem Rücken und dem Stock in der Hand vor dem Tore stehen.  Als er gerade gehen wollte, hielt das kleine Mädchen ihn fest und rief: »Großväterchen, Großväterchen, gib Brot!« Am Fuße hielt ihn aber der Knabe fest, und aus dem Hause blickten die Alte und der Bauer heraus.

Als Jelissej erwachte, sagte er laut zu sich selbst: »Ich werde morgen den Heuschlag und den Acker auslösen und den Leuten ein Pferd und eine Kuh kaufen. Wenn ich übers Meer gehe, um den Heiland zu suchen, kann ich ihn leicht in mir selbst verlieren. Es ist wohl besser, wenn ich die Leute versorge.«

Jelissej schlief wieder ein. Als er frühmorgens erwachte, ging er sofort zu dem reichen Bauern, gab ihm Geld und löste Heuschlag und Acker aus. Dann kaufte er eine Sense – denn die Leute besaßen nicht einmal eine Sense – und brachte sie heim. Er schickte den Bauern mit der Sense zum Heuen und ging wieder ins Dorf. Beim Schenkwirt stand gerade ein Pferd mit Wagen zum Verkauf. Er machte mit dem Wirt den Preis aus und ging weiter, um auch noch eine Kuh zu kaufen. Unterwegs holte er zwei Dorfweiber ein. Und Jelissej hörte, dass sie über ihn sprachen. Eine der Bäuerinnen erzählte:

»Anfangs wussten sie gar nicht, was für ein Mensch er ist; sie glaubten, er sei ein gewöhnlicher Pilger. Wie sie sagen, war er zu ihnen gekommen, um einen Schluck Wasser zu trinken; ist aber dann bei ihnen wohnen geblieben. Sie sagen, er hätte ihnen alles gekauft. Gibt es doch noch solche Menschen auf der Welt! Ich will hingehen und ihn mir anschauen.«

Als Jelissej hörte, dass sie ihn lobten, gab er die Absicht, auch eine Kuh zu kaufen, auf. Er kehrte zu dem Schenkwirt zurück, bezahlte den ausbedungenen Preis, spannte das Pferd vor den Wagen und fuhr zu seinen Leuten. Als sie das Pferd sahen, wunderten sie sich. Sie ahnten, daß er das Pferd für sie gekauft hatte, wagten es aber nicht auszusprechen. Der Bauer kam aus dem Hause, um das Tor aufzumachen.

»Woher hast du das Pferd, Großvater?« fragte er.

»Ich hab’s gekauft,« erwiderte Jelissej. »Der Preis war billig. Mähe mir etwas Gras, damit das Pferd zur Nacht Futter hat.«

Als alle schliefen, stand er auf, band den Sack um, zog Schuhe und Kaftan an und machte sich auf den Weg, Jefim einzuholen.

V

Als Jelissej etwa fünf Werst gegangen war, begann es zu tagen. Er setzte sich unter einen Baum, band den Sack auf und zählte sein Geld nach. Er hatte nur noch siebzehn Rubel und zwanzig Kopeken. Er dachte sich: »Mit diesem Gelde kann man nicht übers Meer kommen. Und wenn ich mir unterwegs das Geld dazu in Christi Namen zusammenbettele, kann es leicht eine große Sünde werden. Gevatter Jefim wird auch ohne mich hinkommen und für mich eine Kerze anzünden. Ich werde meine Schuld wohl bis zum Tode nicht abtragen. Es ist ein Glück, dass der Gläubiger gütig ist und mich nicht drängt.«

Jelissej stand auf, nahm den Sack auf den Rücken und ging zurück. Er machte einen Bogen ums Dorf, in dem er die letzten Tage verbracht hatte, damit ihn die Leute nicht erblickten. Bald war er zu Hause. Auf dem Hinwege war ihm das Gehen sehr schwer gefallen, und er hatte oft Mühe gehabt, mit Jefim gleichen Schritt zu halten; auf dem Rückwege gab ihm aber Gott solche Kraft, dass er nichts von Müdigkeit spürte. Das Gehen war ihm jetzt wie ein Kinderspiel; er schwenkte vor Lustigkeit seinen Wanderstab und legte oft siebzig Werst an einem Tage zurück.

Als Jelissej zu Hause anlangte, war die Ernte bereits eingebracht. Die Seinigen freuten sich über die Rückkehr des Vaters. Man begann ihn auszufragen, warum er den Gefährten verlassen habe, warum er nach Hause zurückgekehrt sei, ohne das Ziel der Wallfahrt erreicht zu haben. Jelissej verschwieg seine Erlebnisse. Er sagte nur:

»Gott hat es eben anders gewollt. Ich habe unterwegs mein Geld verloren, und der Gefährte ist allein weitergegangen. So bin ich umgekehrt. Verzeiht mir um Christi willen!«

Er gab seiner Alten den Rest des Geldes zurück und fragte sie nach den häuslichen Angelegenheiten: alles war in Ordnung, die Wirtschaft war aufs beste besorgt, und sie lebten alle in Frieden und Eintracht.

Jefims Angehörige erfuhren noch am gleichen Tage von Jelissejs Heimkehr; sie kamen zu ihm, um sich nach ihrem Alten zu erkundigen.

»Euer Alter ist gesund und rüstig weitergegangen. Wir trennten uns drei Tage vor Peter und Paul; ich wollte ihn anfangs einholen, aber ich hatte das Unglück, mein ganzes Geld zu verlieren, so dass ich nichts hatte, um weiterzugehen. Daher bin ich umgekehrt.«

Die Leute wunderten sich: ein so kluger Mann hatte sich so dumm angestellt! Er war fortgegangen und nicht ans Ziel gekommen, hatte nur sein Geld verloren. Sie wunderten sich darüber und vergaßen es mit der Zeit. Auch Jelissej vergaß es. 

VI

Als Jelissej bei den Kranken zurückgeblieben war, hatte Jefim auf ihn den ganzen Tag gewartet. Er ging nur eine kurze Strecke weiter und setzte sich am Straßenrande nieder; er wartete und wartete, schlief ein, wachte auf, saß noch eine Weile – doch der Gefährte war noch immer nicht da. Er guckte sich die Augen nach ihm aus. Die Sonne ging unter – Jelissej war noch immer nicht da.

Jefim dachte sich: »Ist er vielleicht an mir vorbeigegangen oder vorbeigefahren (wenn ihn jemand aus Gefälligkeit auf den Wagen genommen hat), während ich schlief, und hat mich nicht bemerkt? Er hätte mich aber doch sehen müssen! In der Steppe sieht man weit. Wenn ich jetzt zurückgehe, kann er inzwischen noch weiter vorwärtskommen. Und wenn wir uns verfehlen, ist es noch schlimmer. Ich will lieber weitergehen und in dem nächsten Nachtquartier auf ihn warten.«

Unterwegs schloss sich ihm ein Pilger an. Der Pilger trug Käppchen und Kutte und hatte langes Haar, wie ein Geistlicher. Wie er behauptete, war er auf dem heiligen Berge Athos gewesen und pilgerte schon zum zweiten Male nach Jerusalem. Sie trafen sich in einer Herberge, kamen ins Gespräch und gingen zusammen weiter.

Frisch und wohlgemut kamen sie nach Odessa. Hier mussten sie drei Tage auf den Abgang des Schiffes warten. Mit ihnen warteten noch viele andere Pilger, die aus den verschiedensten Gegenden zusammengekommen waren. Jefim erkundigte sich bei jedem nach Jelissej, doch niemand hatte ihn gesehen.

Der Pilger belehrte Jefim, wie man die Seereise ohne Bezahlung machen könne. Jefim wollte aber auf ihn nicht hören und sagte:

»Ich will lieber für die Überfahrt ehrlich bezahlen; dazu habe ich ja auch das Geld gespart.«

Er bezahlte vierzig Rubel für die Fahrt hin und zurück und kaufte sich Brot und Heringe für die Reise. Als das Schiff beladen war, brachte man auch die Pilger an Bord. Auch Jefim und sein neuer Begleiter schifften sich ein. Man lichtete die Anker und das Schiff fuhr ins offene Meer. Am ersten Tage ging die Reise sehr gut; gegen Abend erhob sich aber ein Wind, es begann zu regnen, das Schiff schaukelte hin und her, und manche Welle schlug über Bord. Das Volk wurde unruhig, die Weiber heulten, und auch manche Männer, die nicht sehr tapfer waren, liefen erschrocken auf dem Schiffe hin und her und suchten sich in Sicherheit zu bringen. Auch Jefim war erschrocken, wollte es aber nicht zeigen: er saß die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag auf der gleichen Stelle, wo er sich gleich beim Betreten des Schiffes hingesetzt hatte. Neben ihm saßen mehrere alte Männer aus der Gegend von Tambow. Er hielt sein Gepäck fest in den Händen und sprach kein Wort.

Nach drei Tagen kamen aber alle wohlbehalten ans Land. Man ging zu Fuß weiter und erreichte am vierten Tage Jerusalem. Dann begab sich Jefim, vom Pilger geführt, zu den heiligen Stätten. Der Pilger zeigte Jefim alle heiligen Stätten und sagte ihm überall, wie viel Geld er opfern und wie viel Kerzen er aufstellen sollte. Als sie ins Hospiz zurückgekehrt waren und sich zur Ruhe begaben, begann der Pilger plötzlich zu ächzen und alle seine Kleider zu durchsuchen. Er jammerte:

»Man hat mir mein Portemonnaie gestohlen. Dreiundzwanzig Rubel waren darin: zwei Zehnrubelscheine und drei Rubel in Kleingeld.«

Der Pilger jammerte noch lange. Es war ihm aber nicht zu helfen, und alle legten sich schlafen.

VII

Auch Jefim legte sich schlafen. Ihn überkamen aber sündige Gedanken. Er sagte sich: »Man hat dem Pilger nichts gestohlen. Er hat wohl gar kein Geld gehabt. Denn nirgends hat er gezahlt. Mich hat er überall zahlen lassen, selbst hat er keinen Heller ausgelegt und hat von mir sogar einen Rubel geliehen.«

Und wie er so denkt, beginnt er sich Vorwürfe zu machen: »Was soll ich den Menschen verdächtigen? Es ist eine große Sünde. Ich will lieber gar nicht daran denken.«

Er muss aber immer wieder denken, wie der Pilger auf sein Geld schielte und wie unwahrscheinlich es klang, als er erzählte, man hätte ihm sein Portemonnaie gestohlen. Und er sagt sich wieder: »Er hat sicher kein Geld gehabt. Es ist Schwindel.«

Am nächsten Morgen gingen sie in die große Auferstehungskirche, zur Frühmesse am Heiligen Grabe. Der Pilger schloss sich gleich wieder Jefim an.

Sie kamen zum Tempel. Draußen stand eine große Menge von Pilgern. Jefim ging, von der Menge geschoben, durch die Heilige Pforte an der türkischen Wache vorbei zu jener Stelle, wo Christus vom Kreuze genommen und gesalbt wurde; neun große Leuchter mit brennenden Kerzen stehen an dieser Stelle. Jefim opferte eine Kerze. Der Pilger führte ihn dann rechts die Stufen hinauf nach Golgatha zu jener Stelle, wo das Kreuz gestanden, und Jefim verrichtete hier ein Gebet; dann zeigte man ihm die Spalte, wo die Erde sich bis zur Unterwelt aufgetan hatte, und die Stätte, wo man Christus ans Kreuz geschlagen. Man wollte ihm noch etwas zeigen, doch das Volk eilte zur Grabkapelle, wo eben eine andersgläubige Messe zu Ende war und die rechtgläubige begann. Auch Jefim kam mit dem Volke in die Grabkapelle. Er wollte gerne den Pilger loswerden, denn die sündhaften Gedanken verfolgten ihn noch immer; der Pilger folgte ihm aber auf Schritt und Tritt und stand nun auch in der Grabkapelle an seiner Seite. Sie wollten sich vordrängen, es gelang ihnen aber nicht mehr: das Gedränge war so groß, dass sie weder vorwärts noch rückwärts konnten. Und wie Jefim so steht, nach vorne schaut und betet, tastet er jeden Augenblick nach seinem Geldbeutel. Er denkt zweierlei: erstens denkt er, dass der Pilger ihn betrogen hat; wenn der Pilger aber nicht lügt und die Sache mit dem Portemonnaie stimmt, könnte es auch ihm so gehen.

VIII

Jefim steht mitten im Gedränge, betet und blickt nach vorne in die Kapelle, wo das Heilige Grab ist und über dem Grabe sechsunddreißig Lampen brennen. Jefim steht so da, blickt über die Köpfe hinweg, und welch ein Wunder! Vor allen Pilgern, gerade unter den Lampen, steht ein kleiner alter Mann in einem Kaftan aus grobem Tuch; seine große Glatze leuchtet über den ganzen Kopf, ganz wie bei Jelissej Bodrow. »Er sieht wirklich ganz wie Jelissej aus,« denkt er sich. »Jelissej aber kann es nicht sein. Er kann unmöglich vor mir nach Jerusalem gekommen sein. Das letzte Schiff war von Odessa acht Tage vor dem unsrigen abgegangen. Mit diesem Schiffe kann er unmöglich gekommen sein. Auf unserem Schiffe war er aber sicher nicht gewesen. Ich habe ja alle Pilger gesehen.«

Kaum hatte sich Jefim dies gesagt, als das Männchen zu beten begann. Es verneigte sich dreimal: einmal nach vorne vor dem Herrn und dann nach rechts und nach links vor der rechtgläubigen Christenheit. Und als es den Kopf nach rechts wendete, erblickte Jefim wirklich seinen Freund Jelissej Bodrow. Er erkannte seinen schwärzlichen, krausen Bart, der an den Wangen leicht ergraut war, seine Augenbrauen, Augen und Nase und das ganze Gesicht – es war leibhaftig Jelissej Bodrow.

Jefim freute sich, dass er seinen Gefährten wiedergefunden hatte, und wunderte sich zugleich, dass Jelissej vor ihm angelangt war.

»Ei, Bodrow, wie er nur so ganz nach vorne geraten ist!« denkt er sich. »Er hat sich wohl irgendeinem geschickten Menschen angeschlossen, der ihn nach vorne geführt hat. Am Ausgange will ich ihn treffen. Meinen Pilger mit dem Käppchen lasse ich laufen und schließe mich an Jelissej an. Er wird mich sicher besser führen.«

Jefim paßte also auf, um Jelissej nicht aus den Augen zu verlieren. Die Messe war zu Ende, das Volk drängte sich vor, um das Heiligtum zu küssen, und Jefim wurde dabei zur Seite geschoben. Wieder überkam ihn die Angst um seinen Geldbeutel. Jefim hielt die Hand immer auf dem Beutel und gab sich Mühe, aus dem Gedränge ins Freie zu kommen. Er kam ins Freie, ging überall umher und suchte Jelissej; er fand ihn aber nicht. Nach der Messe besuchte Jefim alle Hospize, konnte ihn aber nirgends finden. An diesem Abend kam auch der Pilger nicht mehr heim. Er war verschwunden und hatte auch den geliehenen Rubel nicht zurückgegeben. Jefim blieb allein.

Jefim verbrachte sechs Wochen in Jerusalem und besuchte alle heiligen Stätten: Bethlehem, Bethanien und den Jordan; am Grabe Christi ließ er sich ein Siegel auf ein neues Hemd, in dem man ihn dereinst begraben sollte, aufdrücken. Er nahm auch ein Fläschchen Jordanwasser mit, auch Erde und Kerzen von den heiligen Stätten, gab sein ganzes Geld aus und behielt sich nur so viel, wie die Heimreise kostete. Und Jefim trat seinen Rückweg an. Er ging nach Jaffa, fuhr zu Schiff nach Odessa und ging von dort zu Fuß nach Hause.

IX

Jefim ging den gleichen Weg wie auf der Hinreise. Und wie er sich der Heimat näherte, befiel ihn die Sorge, wie die Seinigen wohl ohne ihn leben mochten. »In einem Jahre«, denkt er sich, »fließt viel Wasser. Sein ganzes Leben lang richtet man sich sein Hauswesen ein, und nichts ist leichter, als es in einem Jahre zugrunde zu richten. Wie mag wohl der Sohn gewirtschaftet haben? Wie war das Frühjahr ausgefallen, wie hat das Vieh den Winter überstanden, wie ist das neue Haus geraten?« Jefim kam in die Gegend, wo er im vorigen Jahre Jelissej aus den Augen verloren hatte. Die Leute konnte man gar nicht wiedererkennen. Wer im vorigen Jahre hungerte, lebte jetzt ohne Sorgen. Die Ernte war gut geraten, die Leute waren wieder auf die Beine gekommen und schienen das frühere Unglück vergessen zu haben. Gegen Abend erreichte Jefim das nämliche Dorf, wo er sich von Jelissej getrennt hatte. Kaum war er im Dorfe, als aus einem Hause ein Mädchen im weißen Hemd herauslief und ihm zurief:

»Großvater, Großvater, kehre doch bei uns ein!«

Jefim wollte weitergehen, doch das Mädchen ergriff ihn an den Schößen des Kaftans und zog ihn lachend zum Hause.

An der Haustüre erschien eine Frau mit einem Knaben; sie winkten ihm und luden ihn ein:

»Kehre bei uns ein, Großvater! Du kannst mit uns zu Abend essen und bei uns übernachten.«

Jefim kehrte ein. Er wollte bei dieser Gelegenheit sich nach Jelissej erkundigen: es war dasselbe Haus, in das er ging, um zu trinken. Jefim trat in die Stube, die Frau half ihm den Sack vom Rücken nehmen, brachte ihm Wasser zum Waschen und wies ihm einen Platz am Tische an. Sie brachte Milch herbei, Kuchen und Grütze und setzte alles auf den Tisch. Jefim bedankte sich und lobte die Leute, dass sie so gastfreundlich die Pilger empfingen.

Die Frau schüttelte den Kopf und sagte:

»Wir müssen wohl freundlich zu jedem Pilger sein. Denn ein Pilger hat uns den Weg zum Leben gezeigt. Wir lebten in Sünden, und Gott hat uns dafür so gestraft, dass wir nur noch auf den Tod warteten. Im vorigen Sommer lagen wir alle krank vor Hunger. Es wäre um uns geschehen gewesen, aber Gott schickte uns einen alten Mann, wie du. Eines Tages kam er zu uns, nur um zu trinken; als er uns aber sah, erbarmte er sich unser und blieb bei uns. Er gab uns zu trinken und zu essen, brachte unser Hauswesen instand, löste das verpfändete Land aus, kaufte Pferd und Wagen und ließ sie uns zurück.«

In die Stube kam eine Alte und unterbrach die Frau:

»Wir wissen selber nicht, ob es ein Mensch oder ein Engel Gottes war. Alle liebte er, alle bemitleidete er. Und er ging fort, ohne uns etwas davon zu sagen. Wir wissen nicht, für wen wir zu Gott beten sollen. Ich sehe es noch so deutlich vor mir: ich liege da, warte auf den Tod, und plötzlich kommt ein einfacher alter Mann mit einer Glatze herein und bittet um einen Trunk. Ich Sünderin dachte mir noch: was treiben sich die Leute herum? – Was tat aber er? – Als er uns sah, nahm er gleich den Sack ab, setzte ihn hier an dieser Stelle hin, band ihn auf . . .«

Das Mädchen unterbrach die Alte:

»Nein, Großmutter, er hat den Sack erst mitten in der Stube hingesetzt und dann auf die Bank gehoben.«

Und sie begannen zu streiten und gedachten aller seiner Handlungen und Worte: wo er geschlafen, was er getan, wie und zu wem er gesprochen.

Zur Nacht kam auch der Bauer mit dem Pferde heim. Auch er erzählte von Jelissej und wie er bei ihnen gewohnt hatte.

»Wäre er nicht zu uns gekommen,« sagte er, »so würden wir wohl alle in unseren Sünden gestorben sein. Wir waren verzweifelt und sahen den Tod vor Augen, murrten auf Gott und die Menschen. Er hat uns aber wieder auf die Beine geholfen, und durch ihn haben wir Gott erkannt und den Glauben an gute Menschen gewonnen. Möge ihm Christus seine Gnade erweisen! Früher lebten wir dahin wie das liebe Vieh, und er hat uns zu Menschen gemacht.«

Die Leute gaben Jefim zu essen und zu trinken, wiesen ihm ein Nachtlager an und legten sich auch selbst schlafen.

Wie Jefim so liegt, muss er immer an Jelissej denken, den er zu Jerusalem dreimal am Heiligen Grabe gesehen hat.

»In diesem Hause,« denkt er sich, »hat er mich überholt. Ob mein Opfer im Himmel angenommen ist oder nicht, weiß ich nicht; doch sein Opfer hat der Herr sicher angenommen.«

Am Morgen verabschiedete sich Jefim von den Leuten. Sie gaben ihm Kuchen auf die Reise und gingen an ihre Arbeit. Und Jefim brach auf und setzte seinen Weg fort.

X

Jefim war genau ein Jahr ausgeblieben. Als er nach Hause kam, war wieder Frühjahr.

Er erreichte sein Haus gegen Abend. Der Sohn war nicht zu Hause: er saß in der Schenke. Als er später angeheitert nach Hause kam, begann ihn Jefim auszufragen. Jefim merkte sofort, daß der Sohn übel gewirtschaftet hatte: das Geld hatte er vertan und alle Geschäfte vernachlässigt. Der Vater machte ihm Vorwürfe, und der Sohn wurde grob.

»Du hättest doch selbst«, sagte der Sohn, »alles machen sollen. Du bist aber auf die Reise gegangen und hast das ganze Geld mitgenommen. Und jetzt willst du noch von mir Rechenschaft darüber!«

Der Alte geriet in Zorn und verprügelte den Sohn.

Am nächsten Morgen begab sich Jefim Tarassytsch zum Schulzen, um seinen Paß abzuliefern. Wie er an Jelissejs Haus vorbeigeht, sieht er Jelissejs Alte vor dem Hause stehen. Sie begrüßte ihn:

»Gott zum Gruß, Gevatter! Bist du glücklich zurückgekehrt?«

Jefim Tarassytsch blieb stehen und antwortete:

»Meine Reise ist, Gott sei Dank, glücklich gewesen, habe aber unterwegs deinen Alten verloren. Nun höre ich, daß er allein nach Hause zurückgekehrt ist.«

Die Alte war sehr gesprächig, und sie begann zu erzählen:

»Längst ist er zurückgekehrt, Wohltäter. Es wird wohl bald nach Mariä Himmelfahrt gewesen sein. Wir freuten uns sehr, als Gott ihn wieder heimbrachte. Wenn er nicht zu Hause ist, Freundchen, freut uns das Leben nicht, denn wir lieben ihn und hängen an ihm.«

»Nun, ist er jetzt zu Hause?«

»Zu Hause, Freund, er ist im Bienengarten, er schart die Schwärme zusammen. Der Schwarm ist heuer gut, sagt er. Gott hat heuer den Bienen solche Kraft gegeben, wie es der Alte noch nie gesehen hat. Gott hat wohl gar nicht an unsere Sünden gedacht, als er uns solche Gnade erwies, sagt er. Komm herein, Freund, wie wird sich der Alte freuen!«

Jefim geht durch den Flur und den Hof in den Bienengarten zu Jelissej. 

Jelissejs Alte rief ihrem Manne zu:

»Dein Gevatter ist zu dir gekommen!«

Jelissej blickte sich um, war sehr erfreut und ging auf den Gevatter zu. Im Gehen nahm er sich vorsichtig einige Bienen aus dem Bart.

»Grüß Gott, Gevatter! Grüß Gott, Freund . . . Wie war die Reise?«

»Meine Füße haben die Reise gemacht; ich habe dir auch Wasser aus dem Jordan mitgebracht. Besuche mich einmal und hole es dir! Ob aber der Herr mein Opfer in Gnade aufgenommen . . .«

»Nun, Gott sei Dank, der Heiland sei uns gnädig . . .«

Jefim schwieg eine Weile, dann fuhr er fort:

»Meine Füße waren in Jerusalem, ob aber auch meine Seele da war, oder ob jemand anderer . . .«

»Es ist Gottes Sache, Gevatter, Gottes Sache.«

»Auf dem Rückwege kehrte ich auch in jenem Hause ein, bei welchem ich dich auf dem Hinwege verloren habe . . .«

Jelissej erschrak und fiel Jefim ins Wort:

»Es ist Gottes Sache, Gevatter, Gottes Sache. Komm doch in die Stube herein, ich will dich mit Honig bewirten.«

Und Jelissej brach das Gespräch ab und begann von häuslichen Angelegenheiten zu sprechen.

Jefim seufzte und sprach nicht mehr von den Leuten im kleinrussischen Dorfe, noch davon, dass er Jelissej in Jerusalem gesehen. Und er begriff, dass Gott einem jeden Menschen eine Steuer auferlegt hat, die mit Liebe und guten Werken bezahlt wird.

 

Quelle: nach Leo Tolstoi, Ausgewählte Erzählungen für die Jugend (Die Wallfahrer)

Das könnte dich auch interessieren!

 
  Die neusten Gute                Nacht Geschichten          für Erwachsene:
  Die beliebtesten Gute      Nacht Geschichten          für Erwachsene
  Kurze Gute Nacht              Geschichten für                Erwachsene